Frühschoppen mit New Dixie Company

Ach, das hat mal richtig gut getan. Beschwingt, fröhlich, aber niemals schreiend laut - so kennt man sie, die beliebte Dixieland-Musik, die im New Orleans der 1910er Jahre ihren Ursprung hat. Nach dem zweiten Weltkrieg eroberte das Genre auch Europa - und am Fronleichnam zum Frühschoppen durften die Veldener Volksfestbesucher bei Dixieland der Sonderklasse ein wenig "entschleunigen". Die sieben gestandenen Musiker, die die "New Dixie Company" bilden, spielten in traditionell gewachsener Besetzung: Sopransaxophon, Trompete und Posaune, Piano, Banjo, Bass/Tuba und Schlagzeug. Rosa, die aparte Sängerin, schmückte die Runde der meist silberhaarigen Herrn aus München, mit einem feschen Blumenkleid und einer gewissen Nonchalance. Hier ein leichtes Fingerschnippen, dort ein kleiner Ausfallschritt - das hat Klasse, das hat Stil. Bei legendären Songs wie "I scream, You scream, We all scream for Ice Cream, Rock my Baby roll" aus dem Jahr 1927 oder "When the saints go marching in", vorgetragen von Rosa und dem Trompeter mit der "Onkel Satchmo"-Stimme kam es hier und da zum euphorischen Fußwippen im Festzelt und tosenden Applaus - ein wenig Humor sei an dieser Stelle erlaubt. Wer die großartige New Dixie Company einmal in einer anderen Atmosphäre erleben möchte, hat dazu am Freitag, den 10. Juli und Freitag, den 04. Dezember im Kulturhaus Ramersdorf-Perlach Gelegenheit.

Nachmittag mit "Polaroid - junge Musiker aus Velden"

Ursprünglich wollte ich "Polaroid" in meinem Bericht als Vorgruppe von D'Moosner bezeichnen - doch das war, bevor ich die jungen Musiker aus Velden gehört hatte. Regina Thum (Bass, Gesang und Songwriting), Felix Wimmer (Gitarre, Gesang, Songwriting), Markus Landesberger (Gitarre) und Stefan Föckersberger (Schlagzeug) stehen als "Polaroid" für sich - sind niemandes Vorgruppe und waren auf keinen Fall ein "Pausenfüller" auf dem Veldener Volksfest. Mit ihren selbst geschriebenen Titeln beeindruckten sie nicht nur aufs Neue ihre schon beachtlich große, mitgebrachte Schar an Fans - man kann sicher ohne Übertreibung sagen, dass der Auftritt von "Polaroid" ein sehr gelungener war. Ihre Musikrichtung nennt sich Independent oder kurz "Indie" - ist also unabhängig oder kurz gesagt: Die machen einfach ihr Ding. So wie es ihnen gefällt. Und weil sie Musik machen um der Musik willen und weil sie offensichtlich lieben, was sie spielen, springt der Funke beim Zuhören ganz schnell über. Und eines hatten wir im Veldener Volksfest meiner Erinnerung nach noch nie: Dass ein einzelner junger Mann nur mit einer Gitarre und einer angenehm warmen Stimme für Gänsehaut im Publikum sorgte. Unter großem, verdienten Applaus gingen "Polaroid" nach knapp zwei Stunden von der Bühne. Man wird sie auf größeren Bühnen wiedersehen und -hören. Ganz sicher!

Video-Clip von DVD-Studio Bayern, Udo Preiß